Arbeitsprogramm

Die High-Level Group des Bündnisses „Zukunft der Industrie“ hat im Rahmen Ihrer zweiten Sitzung am 13. Oktober 2015 gemeinsam ein umfangreiches Arbeitsprogramm für das Bündnis und den bündnisbegleitenden Verein „Netzwerk Zukunft der Industrie“ beschlossen.

Unser gemeinsames Ziel ist es, die umfassenden Herausforderungen für die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunft der Industrie sowie der industriellen Arbeitsplätze in Deutschland systematisch und kooperativ anzugehen und dafür Lösungen zu finden. Wir werden alles dafür tun, um wieder mehr und bessere Industriearbeitsplätze in Deutschland zu schaffen.

Die Bündnispartner stimmen darüber hinaus überein, dass die Bedeutung der industriellen Wertschöpfung für Wohlstand und Beschäftigung sowie die Voraussetzungen für den Erhalt unserer Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Öffentlichkeit besser verdeutlicht werden müssen.

Vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der kommenden Herausforderungen für Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft soll zum einen gemeinsam für die Bedeutung der Industrie und Veränderung geworben werden. Deshalb soll besonders im Jahr 2016 die Industrie in den Mittelpunkt gerückt werden. Die Bündnispartner werden daher im Jahr 2016 ihre jeweiligen Veranstaltungen abstimmen und entsprechend eines gemeinsamen Kommunikationskonzeptes durchführen.

Dazu gehören unter anderem: zwei Konferenzen zu industriepolitischen Themen mit nationalem beziehungsweise internationalem Bezug, Sonderveranstaltungen auf Messen, Tage der offenen Tür in Industrieunternehmen, Bürgerdialoge vor Ort.

Nach heutigem Stand werden ca. 100 Veranstaltungen durchgeführt. Eine zentrale Aktivität wird eine deutschlandweite „Aktionswoche“ im Sommer 2016 sein, die gemeinsam mit Betriebsräten und Industrieunternehmen veranstaltet werden soll.

Weiter wollen wir in unterschiedlichen Formaten gemeinsam erarbeitete Positionen und Empfehlungen der Arbeitsgruppen des Bündnisses mit der Fachöffentlichkeit sowie den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren. Ziel ist es, mit breiter zivilgesellschaftlicher und politischer Unterstützung verschiedenste Aktivitäten mit unterschiedlichen Zielgruppen durchzuführen.

Zur Unterstützung und Koordinierung der Vielzahl von Maßnahmen und Aktivitäten wurde der bündnisbegleitende Verein „Netzwerk Zukunft der Industrie“ gegründet.

I. Aktivitäten der fünf Arbeitsgruppen des Bündnisses

Das Bündnis hat mit seiner Arbeitsstruktur (fünf Arbeitsgruppen) bereits umfangreiche Empfehlungen für die Stärkung der Industrie in Deutschland und Europa ausgearbeitet.

Die fünf Arbeitsgruppen des Bündnisses, die sich mit den Schwerpunkten

  1. Akzeptanz – Attraktive Industrie
  2. Investitionsstarke Industrie
  3. Zukunft der Arbeit in Industrie und industrienahen Dienstleistungen
  4. Veränderungen von Wertschöpfungsstrukturen
  5. Internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie

beschäftigen, haben erste Zwischenergebnisse und Empfehlungen erarbeitet und heute der High-Level Group vorgelegt.

1. Akzeptanz – Attraktive Industrie

Fokus der AG:

Die Industrie soll als Garant für gutes Arbeiten und Leben – heute und morgen – wahrgenommen werden, die einen hohen Nutzen für jeden einzelnen und für die Gesellschaft hat und verantwortungsvoll handelt.

Konkrete Oberthemen sollen sein:

(1) Industrie schafft Wohlstand, (2) Industrie schafft gute Arbeit und (3) Industrie ist
ein guter Nachbar.

Die AG plant in 2016 akzeptanzfördernde Maßnahmen und Aktionen durchzuführen. Hierzu zählt insbesondere eine „Aktionswoche der Industrie“ in Q2/3. In Vorbereitung hierauf werden aktuell folgende Maßnahmen entwickelt:

  • eine sog. Nullmessung, die den Status quo der Akzeptanz misst
  • ein sog. Ökonomischer Fußabdruck, der die Bedeutung der Industrie für Deutschland auf einen Blick zeigt

Darüber hinaus begleitet die AG die aktuell vom BMWi durchgeführte Studie „Akzeptanz der Industrie am Standort Deutschland“, die bisherige Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz analysiert und auf ihre Wirkung hin evaluiert.

2. Investitionsstarke Industrie

Fokus der AG:

Bewertung der aktuellen Diskussion über die Investitionsschwäche in Deutschland aus Industriesicht und Empfehlungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen sowie Analyse von Veränderungen bisheriger privater Investitionstätigkeit in Ausrüstungsgüter hin zu immateriellen Investitionen.

(1) Allgemeine makroökonomische Rahmenbedingungen für Investitionen in Deutschland, (2) Stärkung privater Investitionen (Ausrüstungsgüter), (3) Öffentliche Investitionen (vor allem Infrastruktur), (4) Investitionen in Bildung, Forschung und Innovationen.

Die AG will Empfehlungen zu allen vier Schwerpunkten geben und hat im Rahmen der Sitzung der HLG am 13.Oktober eine gemeinsame Auftakterklärung mit ersten Eckpunkten vorgestellt. In den nächsten Arbeitsgruppensitzungen sollen die vier Schwerpunkte mit externen Experten diskutiert werden.

Darüber hinaus sind Aktivitäten, wie z.B. Fachtagungen, zu den Schwerpunkten in 2016 geplant:

  • Umfrage bei Unternehmensleitungen und Betriebsräten nach Investitionshindernissen
    (Aufbau eines Panels für weitere Befragungen auch anderer AG‘s)
  • Investitionen in Köpfe: Workshop „Stand, Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten tarifvertraglicher Regelungen in den Bereichen Aus- und Weiterbildung“
  • Fachworkshop z.B. mit dem DIW und der KfW sowie im Rahmen der Industriekonferenz des Bündnisses im Frühjahr 2016
3. Zukunft der Arbeit in Industrie und industrienahen Dienstleistungen

Fokus der AG:

(1) Neue Qualitätsanforderungen an Aus- und Weiterbildung, (2) Neue Formen der Arbeit, (3) Fachkräftesicherung und (4) Strukturwandel und seine Folgen für die Arbeitswelt.

Die Perspektive soll dabei nicht auf „Industrie 4.0“ enggeführt werden, sondern die Veränderung von Wertschöpfungsketten, neue Innovationsanforderungen und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt diskutiert werden.

Die AG plant, gemeinsame Empfehlungen für Unternehmen, Gesellschaft und Politik zu entwickeln. In Vorbereitung hierauf diskutiert die AG bspw. eine größere
Szenario-Studie zu beauftragen, die vor dem Hintergrund des vielschichtigen Strukturwandels unterschiedliche Szenarien für die Zukunft der Arbeit entwickelt.

4. Veränderungen von Wertschöpfungsstrukturen

Fokus der AG:

(1) Digitalisierung/Vernetzung und (2) Innovationen, unter Berücksichtigung einer zunehmenden Internationalisierung/Globalisierung

Die AG 4 nimmt, in Abgrenzung zu anderen laufenden Initiativen (Plattform Industrie 4.0 etc.), eine breitere Perspektive ein und adressiert gesellschaftliche und industriepolitische Aspekte.

Die Zusammensetzung des Netzwerkes wird als ein großer Wert an sich gesehen, da alle den bestehenden sozialen Konsens als eine wichtige Voraussetzung zur Klärung industriepolitischer Fragestellungen sehen. Der inhaltliche Fokus liegt zunächst auf der Diskussion und Bestandsaufnahme heutiger Wertschöpfungsstrukturen und der Identifikation von Treibern künftiger Wertschöpfungsnetzwerke.

Darauf aufbauend soll eine Studie zu internationalen Wissensnetzwerken in Auftrag gegeben werden. Diese dient dann als Grundlage, Handlungsempfehlungen abzuleiten.

5. Internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie

Fokus der AG:

(1) Stärkung des Wettbewerbsfähigkeitsrates, (2) Chancen der besseren Rechtssetzung für Industriepolitik nutzen, (3) Binnenmarkt für Güter und industrienahe Dienstleistungen, (4) Digitaler Binnenmarkt, (5) Weiterentwicklung von Außenwirtschaftsinstrumenten auf nationaler und europäischer Ebene, (6) Weiterentwicklung der industriellen Mittelstandspolitik und (7) Forschungs- und Entwicklungspolitik sowie (8) Energiewende und europäische Dimension.

Darüber hinaus sollen folgende Punkte mit starken Sozialpartnerschaftsbezug besprochen werden:

(1) Notwendigkeit der Einbindung der Sozialpartner, (2) Stärkung der Mitbestimmung, (3) Arbeitnehmerrechte in europäischen Betriebsräten stärken und (4) Berücksichtigung von Arbeitnehmerrechten in allen Politikfeldern.

An den aufgeführten Themenschwerpunkten werden die nächsten Sitzungen ausgerichtet sein. Ziel ist, für jeden Schwerpunkt gemeinsame Empfehlungen zu entwickeln.

II. Was haben wir konkret in 2016 vor?

  1. Als Kick-Off für die Aktivitäten im Jahr 2016 wird das BMWi zusammen mit den Bündnispartnern im Frühjahr 2016 eine Industriekonferenz mit nationalem Fokus in Berlin veranstalten. Neben der Vorstellung eines Gutachtens zur „Lage und Zukunft der deutschen Industrie – Perspektive 2030“ werden die fünf Arbeitsgruppen des Bündnisses Workshops zu den Schwerpunkten (Attraktive Industrie, Investitionen, Zukunft der Arbeit, Wertschöpfungsstrukturen der Zukunft und internationale Wettbewerbsfähigkeit) veranstalten und damit öffentlich tagen.Ziel ist: Das Bündnis ist kein reiner Closed-Shop, Ergebnisse und Handlungsempfehlungen aus der AG-Arbeit sollen öffentlich andiskutiert werden. Der Austausch mit anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen ist eine zentrale Aufgabe und das gemeinsame Grundverständnis des Bündnisses.
  2. Deutschlandweite „Aktionswoche“: Aktuell arbeitet das Bündnis zusammen mit dem Netzwerk unter Hochdruck an der Entwicklung eines Konzepts für eine Aktionswoche Mitte 2016. Die Aktionswoche soll durch einige gemeinschaftliche, koordinierte Aktivitäten des Bündnisses, aber vor allem durch eine Vielzahl von Einzelaktivitäten der Bündnispartner sowie von Betriebsräten und Industriebetrieben (mindestens 60 Unternehmen) in Deutschland getragen werden. In einer noch festzulegenden Woche im 2./3.Q 2016 finden in ganz Deutschland Aktionen mit Industriebezug statt. Eine Vielzahl von Veranstaltungen macht auf die Bedeutung der Industrie aufmerksam und stellt diese Bedeutung im Dialog heraus. Denkbar sind: Tag der offenen Tür der deutschen Industrieunternehmen; Aktionen mit Schülern und Lehrern; Aktionen mit Hochschulen; Vernetzung mit Multiplikatoren und Social Media.
  3. Tagung zum Austausch auf europäischer Ebene mit Vertretern der Europäischen Kommission und aus dem Europäischen Parlament, um für die Belange und die Bedeutung der in tiefgreifenden europäischen Netzwerken operierenden deutschen Industrie zu werben. Es ist sowohl ein Austausch mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments als auch mit Vertretern der Europäischen Kommission im ersten Halbjahr 2016 geplant.
  4. Internationales Industrie-Symposium im Herbst 2016. Mit dieser Veranstaltung wird das Bündnis europäische und internationale Industriepolitische Themen adressieren. Mit hochrangig besetzten internationalen Podien, mit Regierungsvertretern auf Ministerebene aus China, USA und der Europäischen Ebene wollen wir globale Wege für eine nachhaltige Industriepolitik unter einer kohärenten gemeinsamen internationalen Klima- und Energieagenda diskutieren, um Handlungsempfehlungen für die Auswirkungen auf Industrie und den Welthandel zu entwickeln.
  5. Follow-up Prozess zu den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie durchgeführten Branchendialogen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat in den letzten 15 Monaten zusammen mit Vertretern aus allen wichtigen Industriesektoren Branchendialoge durchgeführt und gemeinsame Handlungsempfehlungen ausgearbeitet. In 2016 sollen diese auf den „Prüfstand“ und auf Ihre Umsetzung hin überprüft werden.Ziel muss sein, dass gemeinsame Verabredungen auch gemeinsam eingehalten werden.
  6. Fachkonferenzen zu den einzelnen Schwerpunktthemen der Arbeitsgruppen des Bündnisses mit verschiedenen Trägerorganisationen und Institutionen.
    Z. B.:
    a. Fachtagung zu Investitionsbedingungen in Deutschland zusammen mit einer Partnerorganisation aus der Wissenschaft
    b. Investitionen in Köpfe: Workshop „Stand, Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten tarifvertraglicher Regelungen in den Bereichen Aus- und Weiterbildung“
    c. Wertschöpfungsstrukturen der Zukunft – wie die Digitalisierung die Welt von morgen verändert
  7. Bürger-Dialoge und Veranstaltungen zu Akzeptanz und Bedeutung der Industrie. Über das ganze Jahr 2016 verteilt werden viele weitere Aktionen (wie z.B. Bürgerdialoge) der Bündnispartner stattfinden.
  8. Aufbau einer regelmäßigen Analyse (Monitoring) bedeutender Wettbewerbsfaktoren; aufbauend auf einer Bestandsmessung („Nullmessung“) im Jahr 2015 und eine regelmäßige Fortschreibungen in den nächsten Jahren.
  9. Beauftragung von Studien und Gutachten, die den Diskussionsprozess der einzelnen Arbeitsgruppen hin zu gemeinsamen Handlungsempfehlungen unterstützen.
    Z. B.:
    a. Nullmessung, die den Status quo der Akzeptanz in der Bevölkerung misst.
    b. Ökonomischer Fußabdruck, der die Bedeutung der Industrie für Deutschland auf einen Blick zeigt.
    c. Umfrage bei Unternehmensleitungen und Betriebsräten nach Investitionshindernissen.
    d. Szenarien-Studie: Zukunft der Arbeit

Auszug weiterer geplanter Aktivitäten und Veranstaltungen der Bündnispartner unter der gemeinsamen Dachmarke im Jahr 2016:

  • 03.–04.02.: Logistikforum VDA/BVL
  • 23.–27.02.: METAV (VDMA)
  • Quartal: Energieintensive Industrien (EID)-Veranstaltung zum Thema Klimaschutz in Berlin (VCI)
  • Halbjahr 2016: Journalistenfahrt der EID (VCI)
  • 17.–18.03.: Technischer Kongress (VDA)
  • 12.03.: Veranstaltung zu: „Industriepolitik, Innovation, Akzeptanz“ (VCI/Friedrich-Ebert-Stiftung)
  • 16.03.: Parlamentarischer Abend des VCI
  • 11.–17.04.: bauma 2016 (HDB/VDMA)
  • 26.–29.04.: Control (VDMA)
  • 2./3.Quartal: Berliner Energierechts-Dialog (VCI/Gesellschaft für Rechtspolitik)
  • 19.–20.05.: Mittelstandstag (VDA)
  • 02.06.: Tag der deutschen Bauindustrie (HDB)
  • 02.–03.06.: Baustellentag (VDMA)
  • Juni: Akkreditierungskonferenz (VDMA)
  • 13.–17.09.: AMB Messe (VDMA)
  • 16.–22.09.: Aktionswoche „Wir unternehmen was“ (VDMA)
  • 22.9.–29.9.: GoIng Aktionswoche auf der 66. IAA Nutzfahrzeuge (VDA)
  • 19.–26.10.: K Messe (VDMA)
  • 4. Quartal: Chemie³-Dialogveranstaltung mit Stakeholdern (VCI)
  • Weitere noch nicht terminierte Veranstaltungen der Bündnispartner